Blick aus Flexgleiter im Anflug von Süden.
 Blick aus Flexgleiter im Anflug von Süden. Lambdaprint auf Aludibond, 144.5 x 83.4 cm

DIE OMNITEMPORALE STADT

Künstliche Küstenlinie und dort kolportierte Betrachtungen über die fünfdimensionale Welt, die Zeit und die Zukunft.
Aufgezeichnet von Christian Waldvogel.

"Die Küstengegend mit der dahinterliegenden vulkanischen Ebene verlöre durch den immerzu ansteigenden Meeresspiegel grosse Landmassen. In der Not hat man die urbanen Strukturen als gigantische Deiche ausgebildet, welche ihren gesamten Energiebedarf mit Gezeitenenergie (Tidenhub bis zu 24 Meter) zu decken vermögen. Die mit Magmasonden beheizten Gezeitenkammern dienen als Hochleistungs-Bioreaktoren für die Nahrungsproduktion."


Karte omnitemporale Stadt
 Karte 1:50'000 'Die omnitemporale Stadt'. Inkjet auf Aquarellpapier in Alurahmen, 110.7 x 86.5 cm. Texte der Karte entnommen.


Aufzeichnungen einer Reise in die Stadt der Zukunft
Während seinem erfüllten Forscherleben war es Christian Waldvogel vergönnt, in die Stadt der Zukunft zu reisen. Die Eindrücke waren so zahlreich, dass er nach seiner Rückkehr die gesammelten Erkenntnisse in ein System mit zehn Kapiteln einzuordnen begann. In jedem dieser Kapitel rekonstruierte er aus seiner Erinnerung eine Stadt. Basierend auf seinen zeitlebens gesammelten Bildern gab er seinen Erinnerungen assoziativ entwerfend Form. Die 'Omnitemporale Stadt' aus dem fünften Kapitel 'Zeit' beispielsweise entwickelte er aus den bizarren Formen von gefrorenem Wasser, dem Element also, mit dem in der beschriebenen Stadt Gezeitenkraftwerke betrieben werden. Seinen Zeitgenossen eröffneten diese bislang unbekannten Lösungsansätze für die Stadtplanung ungeahnte Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft.
Matthias Gnehm, im Juni 2171. Publiziert in 'Swiss Art Awards 2002' herausgegeben vom BAK, p60, p118.