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Architektonischer Entwurf als Kreislauf von Wahrnehmung und Darstellung. Der Entwurf architektonischer Projekte stellt sich als iterativer, knäuelförmiger Prozess dar. Dabei bewegt sich der Entwerfende vom Analytischen zum Assoziativen, vom Inhaltlichen zum Konstituierenden, vom Wahrgenommenen zum Dargestellten, vom Wachen zum Schlafen und vom (Un-)Möglichen zum Undmöglichen (1), von der realen Welt zur Traumwelt. Die in diesen thematischen Ebenen gewonnenen Erfahrungen und Einsichten werden akkumuliert, geordnet, verworfen, ergänzt und verschmolzen.
Die Hauptschwierigkeit liegt dabei im Zusammenspiel zwischen innerem Verständnis, geistiger Wahrnehmung und überprüfbarer Manifestierung. Die akkumulierten Schlussfolgerungen, Daten und Vorgaben implizieren oft divergierende Stossrichtungen. Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten, Brücken und Pfade sind schwer erkennbar.
Durch die kontinuierliche Wahrnehmbarmachung der Erkenntnisse mittels Bildern, Geometrien, Diagrammen, Texten, Klängen und Bewegungen wird die stichhaltige Verknüpfung der verschiedenen den Entwurf konstituierenden Aspekte ermöglicht.
Der Darstellung geht die (geistige) Wahrnehmung voran; aus dem Dargestellten resultiert wieder die sinnliche Wahrnehmung, daraus die wieder die geistige Wahrnehmung usw. Dieser Kurzschluss (2) erzwingt die wiederholte Analyse der sich ständig ändernden Materie sowohl auf der bewussten als auch auf der unbewussten Wahrnehmungsebene.
Bei der Suche nach neuen Sichtweisen, Systemen und Konzepten stellt sich die Frage nach der Möglichkeit, etwas Neues überhaupt darstellen zu können. Das Neue konstituiert sich aus abgewandelten herkömmlichen und bekannten, aus in die Zukunft projizierten und neu erfundenen Partikeln.
Die Wahrnehmung und Darstellung neuer Sphären sollte alle sechs Sinne und alle dem Thema inhärenten Aspekte berühren. Die daraus resultierende Komplexität legt die oben beschriebene iterative und parallele Bearbeitung der einzelnen Aspekte im aufgesplitterten Themenkonglomerat nahe.
Die Suche nach der Schärfe im Unschärfebereich zwischen fast fassbaren kausalen Verbindungen, technischen Hypothesen und phantastischen (3) Utopien ist der Motor hinter den hier vorgestellten Projekten. Losgelöst vom durch das einzelne Projekte jeweils vorgegebene Medium steht die Beschäftigung mit dem unterbewussten, verknüpften und assozierbaren Wissen als Nährboden meiner Arbeit. Christian Waldvogel, im April 2002
(1) der Begriff des 'Undmöglichen' wurde von smarch als Arbeitshypothese geprägt.
(2) zum Thema Kurzschluss siehe auch Projekt 0027. (3) phantastisch im Sinne, wie ihn J. L. Borges für die Bezeichnung seines Erzählstils verwendete. |
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